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Begegnungszentrum Balthasar Neumann Eger

Balthasar-Neumann-HausDas Begegnungszentrum Balthasar-Neumann-Haus

Nach der Wende im Jahre 1989 kam es zu den ersten Kontaktaufnahmen mit dem Bund der Egerländer Gmoin in Marktredwitz und zur Gründung des Bundes der Deutschen, Landschaft Egerland in der damaligen Tschechoslowakischen Republik. So entstand auch der gemeinsame Gedanke, ein Begegnungszentrum im Herzen des Egerlandes aufzubauen, das als Treffpunkt und Kulturzentrum der Deutschen Minderheit des ganzen Egerlandes dienen soll. Auch die tschechische Seite war sich bewusst über die Bedeutung eines solchen Zentrums für die Stadt Eger/ Cheb und unterstützte diesen Gedanken. In dieser Zeit wurde die Euregio Egrensis gegründet - als eine Organisation, die grenzüberschreitende Projekte realisiert, und zusammen wurden sie Träger der Balthasar-Neumann-Gesellschaft.
Im April 1992 wurde ein Mietvertrag unterzeichnet, in dem das Landratsamt in Eger der Gesellschaft das Gebäude des ehemaligen Klarissinnen-Klosters am Franziskaner-Platz, wo vorher die Weinstube "Ewiges Licht" und danach ein Jugend-Klub gleichen Namens war, vermietet. Weil sich das Gebäude in einem katastrophalen Zustand befand, wurde es durch Finanzmittel der Bundesrepublik Deutschland (BMI) ganz neu ausgebaut und ausgestattet. Die Kosten der Renovierung werden mit der Miete für einen befristeten Zeitraum verrechnet. Nach abgeschlossenen Ausbauarbeiten stehen jetzt ein Vortragssaal mit einer kleinen Küche, ein Lehrsaal, ein Ausstellungssaal, eine Bibliothek mit mehr als fünftausend Büchern, Fernsehen, HiFi-Stereoanlage und Videorecorder sowie Büroräume für den Bund der Deutschen zur Verfügung.

Feierliche Enthüllung der Büste von Balthasar NeumannDie Balthasar-Neumann-Gesellschaft

Die Balthasar-Neumann-Gesellschaft ist eine Interessengemeinschaft von juristischen Personen, deren Ziel es ist, die Entfaltung und Vertiefung freundschaftlicher Beziehungen zwischen der Tschechischen Republik und Deutschland zu fördern. Außerdem will sie bei der Überwindung geschichtlich entstandener Rechtlosigkeit und Unrecht helfen und dadurch Voraussetzungen für ein gutes Zusammenleben von Tschechen und Deutschen schaffen.

Zur Erfüllung dieses Zieles will die Vereinigung beisteuern, indem sie Begegnungen von Tschechen und Deutschen mit den Angehörigen der deutschen Minderheit, die nach dem Jahre 1945 gezwungen wurden, die Tschechoslowakei zu verlassen, sowie mit den Angehörigen dieser Minderheit, die noch heute im Egerland leben, realisiert. Aus diesen Begegnungen soll eine Quelle erneuerten gegenseitigen Vertrauens und Verstehens entstehen.
Für diese Zwecke ist die Vereinigung Träger des Balthasar-Neumann-Hauses als Kulturzentrum für tschechisch-deutsche Zusammenarbeit und Verständigung.
Gründungsmitglieder der Gesellschaft sind der Bund der Deutschen, Landschaft Egerland mit Sitz in Eger; der Euregio Egrensis mit Sitz in Eger und der Bund der Egerländer Gmoin mit Sitz in Marktredwitz.

Alois Rottke
BGZ-Leiter: Arnošt Franke
nám.Krále Jiřího z Podébrad 36,

350 02 Cheb
Tel.: 00420 354 422 992
e-Mail: bgz@top.cz
www.egerlaender.cz

Dienstags: 10.00 – 12.00, 14.00 – 19.00 Uhr
Mittwochs: 10.00 – 12.00, 13.00 – 17.00 Uhr
Oder nach Vereinbarung
Im August ist das BGZ geschlossen.

Balthasar NeumannDie Person Balthasar Neumann

Balthasar Neumann wurde in Eger am 30. Januar 1687 in der Schiffsgasse 12 als siebtes Kind des Tuchmachers Hans Christoph Neumann geboren. Mit 13 Jahren hat er eine Lehre bei seinem Patenonkel Balthasar Platzer als Geschütz- und Glockengießer begonnen. Im Jahre 1711 verließ der junge Neumann seine Vaterstadt und ging nach Würzburg, wo er in der bekannten Gießhütte des Ignatz Kopp eine Arbeit angenommen hat. Bald darauf hat er dort den Ingenieurhauptmann und Architekten Andreas Müller kennengelernt. Auf Müllers Anraten hat er Geometrie und Feldmesserei gelernt und 1714 besuchte Neumann die Artillerieschule, lernte Französisch, Italienisch und Spanisch und wurde Geschützjunker und Adjutant seines Lehrers. Um sein Studium vollbringen zu können, richtete Neumann insgesamt drei Bittschreiben um ein Darlehen an den Stadtrat seiner Heimatstadt Eger und immer wurde ihm das Darlehen zugesagt.
Im Jahre 1719 wurde Johann Philip Franz Graf von Schönborn als Fürstbischof in Würzburg ernannt und beauftragte Neumann mit den Vermessungen und Planungen der neuen Bischofsresidenz. Die Grundsteinlegung erfolgte im Februar 1720. 1724 starb der Bischof und sein Nachfolger, Christoph Franz von Hutten, ließ an der Residenz nur die notwendigsten Arbeiten ausführen. Im Jahre 1725 heiratete Neumann die Tochter des Geheimen Hofrats Dr. Schild, 1729 kam wieder ein Schönborn auf den Bischofsstuhl, Friedrich Karl Graf von Schönborn, und ließ die Arbeiten an der Residenz fortführen.
In der Zwischenzeit war Neumann für andere Auftraggeber tätig - das Deutschordensschloss in Bad Mergentheim, Kirche und Probstei in Holzkirchen und andere Bauten wurden geplant und begonnen. Aber seine Hauptaufgabe blieb die Fortsetzung der Bauarbeiten an der Residenz. Die Hofkirche im Südschloss wurde ein Glanzstück fränkisch-barocker Baukunst, das Treppenhaus im Kaiserpavillon mit einer stützenlosen Überwölbung eines 600 m² großen Raum wurde eine besondere künstlerische und technische Leistung Neumanns.
Der Kurfürst von Trier übertrug ihm für mehr als 20 Jahre die Oberaufsicht über das gesamte Zivil- und Militärbauwesen im Hochstift Würzburg und Bamberg. Im Jahre 1741 wurde Neumann zum Obristen der fränkischen Keisartillerie ernannt - der höchste Dienstgrad, den das Hochstift Würzburg zu vergeben hatte. Nach dem Tode Friedrich Karls im Jahre 1746 kam ein erklärter Schönborn-Gegner, Graf Anselm von Ingelheim, auf den Bischofsstuhl. Er stellte den Ausbau der Residenz ein und ersetzte Neumann als Baudirektor durch einen unfähigen Günstling.

Balthasar-Neumann-BüsteSechs Fürstbischöfe erlebte Neumann in seiner Tätigkeit in Würzburg, von denen ihn vier förderten und zwei hemmten. Außer der Residenz hat er neben zahllosen Profanbauten an über 100 Kirchen als Planer, Bauleiter oder Berater mitgewirkt. Darunter zählen unter anderem die Schönbornkapelle am Würzburger Dom, die Hofkirche und das Käppele in Würzburg, die Abteikirche in Münsterschwarzach, die Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen und die Abteikirche Neresheim. Auf dem Deckengemälde von Giovanni Battista Tiepolo im Treppenhaus der Würzburger Residenz ist auch Balthasar Neumann zu sehen - auf einem Kanonenrohr sitzend.

Balthasar Neumann starb am 19. August 1753 in Würzburg. Am 22. August 1753 trug man ihn mit allen, einem Kreisobristen zustehenden Ehren zu Grabe. Als der Sarg in die Gruft gesenkt wurde, gab das Bataillon Feuer. Und von der Festung Marienberg dröhnte der Trauersalut über das fränkische Land.

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