Aus den Regionen

Große Ehre für Verband Havířov

LV Büro - 23. April 2014

von Barbara Wendel

Am 31. Marz durfte das Begegnungszentrum Haviřov den deutschen Botschafter in der Tschechischen Republik, Detlef Lingemann, begrüßen. Der Botschafter wurde durch den Verbandsvorsitzenden Hans Mattis herzlich begrüßt und im Begegnungszentrum willkommen geheißen. Neben den Verbandsmitgliedern waren auch Vertreter der Stadt anwesend, allen voran der stellvertretende Oberbürgermeister Daniel Pawlas.
Sofort entwickelte sich ein interessantes Gespräch über die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und besonders die Einbeziehung der Jugend. Der Botschafter stellte konkrete Fragen zur Situation in der Region und dem angebotenen Deutschunterricht an den Schulen und im Verband. Die langjährige Kooperation zwischen dem Verband und den Schulen der Region konnte als positives Beispiel für die Arbeit der Minderheit hervorgehoben werden. Dabei wurden stellvertretend für viele weitere Bildungseinrichtungen das Sprach-Gymnasium Pavla Tigrida in Ostrau (Ostrava) und die Handelsakademie in Tschechisch Teschen (Česky Těšin) vorgestellt.
Die gute grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit der deutschen Minderheit in Polen belegen viele Fotos von gemeinsamen Aktionen, die dem Botschafter in Form einer Präsentation-CD übergeben werden konnten. Im Gespräch mit dem Leiter des Deutschen Freundeskreises (DFK) Beskidenland, Ullrich Spainghaus, wurden zudem die Jugendseminare erläutert, die deutschsprachigen Jugendlichen aus Tschechien und Polen eine gemeinsame Plattform für den Austausch über Landesgrenzen hinweg bieten sollen. Gerade die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit zur Erhaltung der deutschen Sprache und Kultur in Tschechien. Glücklicherweise wächst das Interesse an der deutschen Sprache, wie auch Botschafter Lingemann bestätigte. Natürlich macht auch die wirtschaftliche Nähe Tschechiens zu Deutschland die Sprache besonders attraktiv. Deshalb bleibt ein guter Deutschunterricht auch weiterhin besonders wichtig. Dazu gehören auch Studienaufenthalte im Nachbarland. Derzeit besucht etwa ein junger Schüler aus Haviřov ein Gymnasium in Pirna. Das ist ein schöner Erfolg für die Bemühungen des Verbandes und selbstverständlich auch für den Schüler selbst.
Der stellvertretende Oberbürgermeister Daniel Pawlas wies auch auf die Bedeutung deutscher Firmen für die Region hin. Man suche nach Möglichkeiten, Haviřov und Umgebung auch für deutsche Unternehmen interessant zu machen. Nur langfristige Investitionen könnten die Arbeitslosigkeit bekämpfen helfen und für eine nachhaltige Erholung der Region sorgen. Die hohe Qualität der Ausbildung auch auf dem Gebiet der deutschen Sprache sei ein wichtiger Wettbewerbsvorteil. Man hoffe so auf dem neu entstandenen Industriegebiet Dukla in Haviřov bald auch viele deutsche Firmen begrüßen zu können.
Interessantes konnte in dieser Hinsicht Botschafter Lingemann aus Deutschland berichten. Dort steige besonders in den Grenzregionen das Interesse an der tschechischen Sprache und einige Schulen boten mittlerweile auch verstärkt Tschechisch-Unterricht an. Die kulturelle Annäherung funktioniert also erfreulicherweise in beide Richtungen.
Nach den vielen positiven Nachrichten wurden anlässlich des Besuchs des Botschafters aber auch die Schwierigkeiten bei der Finanzierung der Verbandsarbeit und die angespannte Situation im Verband Troppau angesprochen.
Die angenehme Atmosphäre und das produktive Gespräch mit dem Botschafter sorgten dafür, dass die Zeit wie im Flug verging. Bevor Botschafter Lingemann zu weiteren Terminen aufbrechen musste, sagte er dem Verband und Begegnungszentrum eine Fortsetzung der Unterstützung ihrer Arbeit durch die Botschaft zu.


Die Autorin Barbara Wendel ist Mitglied im BGZ Haviřov