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Kultureller Höhepunkt

LV Büro - 23. Oktober 2012

von Eva-Maria Walther

Bereits zum 18. Mal fand Anfang Oktober die kulturelle Großveranstaltung der Landesversammlung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien statt.

Der kulturelle Höhepunkt des Jahres bot wie immer Gelegenheit, sich ein Bild von der vielfältigen, lebendigen Arbeit in den Regionalverbänden und den Begegnungszentren zu machen.
Zunächst stellten Vertreter der deutschen Verbände im Prager Kulturzentrum Novodvorská ihre aktuellen Projekte vor. Die Initiativen der Leiter der Begegnungszentren (BGZ) boten sichr vielen eine willkommene Inspiration, besonders was die auf die auf der Konferenz am Vortag heiß diskutierte Frage angeht, wie das Nachwuchsproblem zu lösen sei.


So musste jedermann den fünf Jugendlichen Respekt zollen, die unter der Leitung von Marie Roncka das Internetradio „Hallo Radio Hultschin“ ins Leben gerufen haben und täglich ihre Freizeit der Recherche und der Auswahl von Liedern widmen.
Aber auch die umfangreiche Zusammenarbeit des Brünner Kulturverbandes mit ortsansässigen Schulen, von dem die Leiterin Hanna Zakhari zu berichten wusste, hat Vorbildfunktion.
Am Nachmittag begann der Festakt, auf dem die unterschiedlichen Ensembles ihre Aktivitäten auch auf der Bühne präsentierten. Zu den beschwingten Klängen der Arzenalband aus Varnsdorf fanden sich die letzten Zuschauer auf ihren Plätzen im Vorführungssaal ein. Monika Manethová und Richard Šulko führten mit viel Humor und ansteckend guter Laune durch das Programm. Zuerst erteilten sie dem Vorsitzenden der Landesversammlung, Martin Dzingel, das Wort, der die Veranstaltung unter das Motto „Kultur verbindet“ stellte und allen Anwesenden für ihr Kommen und ihr Interesse dankte.

Regionen im Mittelpunkt
Auch die illustren Gäste, die in großer Zahl zur Großveranstaltung erschienen waren, ließen es sich nicht nehmen, die Angehörigen der Minderheit mit einigen Worten herzlich zu begrüßen und die Bedeutung der Arbeit in den regionalen Gruppen zu unterstreichen.
„Wir wissen, dass die Unterstützung vom Bundesministerium des Inneren ins Leere laufen würden ohne Ihr Engagement vor Ort“, bekannte Maria Therese Müller, die auch Grüße von Innenminister Hans-Peter Friedrich übermittelte. Auch Zuzana Finger, Heimatpflegerin der Sudetendeutschen, lobte anerkennend: „Die Heimatpflege wäre ohne die Heimatverbliebenen ein bloßer Torso.“
Jiři Chmelař, Rektor der Grundschule der deutschtschechischen Verständigung und des Thomas-Mann-Gymnasiums, bedankte sich bei der Landesversammlung, die der Schule nicht nur als Träger, sondern auch mit Rat und Tat zur Seite stehe.
Die Kinder der Grundschule gehörten auch zu den ersten Auftretenden. „Äpfel pflücken, das ist toll, wir pflücken sieben Körbe voll“ sangen die Kinder nicht nur, sondern setzten es auch prompt in die Tat um: Der mitgebrachte Papierbaum wurde live auf der Bühne seiner Früchte entledigt. Im weiteren Verlauf des Tages blieb das Publikum vielfach nicht nur bloßer Zuschauer, sondern beteiligte sich aktiv an den Darbietungen: Etwa indem der Saal die Vorstellung des Tanzensembles aus Mährisch Trübau (Moravská Třebová) durch rhythmisches Klatschen begleitete oder spontan in das Potpourri deutscher Volkslieder des Frauenchores des Kulturverbandes der Bürger deutscher Nationalität in der Tschechischen Republik einstimmte.
Nach der Pause erwarteten die Zuschauer weitere Höhepunkte. Ein ganzes Panorama der Egerländer Kultur bot der Aufritt unter der Leitung von Richard Šulko: Traditionelle Trachten, Tänze und Lieder erfreuten das Auge und das Ohr zugleich. Freunde der Mundart kamen ebenfalls auf ihre Kosten: Im Laufe des Nachmittags
wurden Kostproben des Reichenberger, Erzgebirger und Egerländer Dialektes zu Gehör gebracht. Nach dem offiziellen Programm ging es nahtlos weiter mit dem kulturellen Vergnügen: Zu den Klängen von Gustav Schenks Keyboard wurden alte Bekanntschaften gepflegt und neue geschlossen, vor allem aber wurde das Tanzbein geschwungen.

 

 

Weitere Bilder der Großveranstaltung finden Sie hier.