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Mährisch Trübau gemütlich und beschwingt

von Irene Kunc

Mährisch Trübau 2Wir älteren Menschen klagen immer, wie schnell die Zeit vergeht und leider stimmt es wirklich. Ein Jahr ging zu Ende und kaum hatten wir es verabschiedet, stand auch schon der dritte Monat des neuen Jahres vor uns. Bevor wir uns ernsthaft mit neuen Plänen für das Jahr 2014 beschäftigen können, möchten wir einen Blick zurück werfen.


Einen Schwerpunkt der Aufgaben unseres Begegnungszentrums und der Regionalgruppe Schönhengstgau bildete das gegenseitige Kennenlernen der Menschen, ihrer Kultur und Geschichte. Während des Jahres gab es viele erfreuliche Begegnungen mit unseren Landsleuten aus aller Welt. Es wurde über das Leben, über die vielen Schicksale und über so manches andere diskutiert. Unseren Landsleuten bieten wir Informationen über die Region, über das Land und seine Sehenswürdigkeiten. Wir helfen auch bei der Suche nach einer Unterkunft, vermitteln Besuche in Gemeinden und vieles mehr.

Unseren Einheimischen bieten wir bei den Stammtischen und Veranstaltungen ein gemütliches Beisammensein mit Pflege der Muttersprache.

Sehr interessant war die Begegnung mit Edith Kiesewetter-Giese aus Berlin und die Lesung aus ihren Werken.

Große Erfolge konnten wir mit unseren Ausstellungen feiern, die stets sehr gut besucht waren.

Jugendliche und junge Erwachsene lernten Deutsch in Sprachkursen, Wochenendkursen und Seminaren. Dabei konnte auch das Interesse der Jugend für Brauchtum, Landeskunde und Geschichte geweckt werden. Höhepunkte der Jugendarbeit waren im letzten Jahr die Exkursion nach Wien und der internationale Jugendaustausch unserer Mährisch Trübauer Jugendlichen mit jungen Leuten aus Deutschland und Ungarndeutschen aus Tarjan.

Damit die Lehrer immer auf dem aktuellen Stand sind und neue Methoden für den Unterricht nutzen können, wurden in Zusammenarbeit mit dem Goethe- Institut Prag und der Landesversammlung der Deutschen zwei Lehrerseminare in Mährisch Trübau organisiert. Sehr erfolgreich schulten Friderike Komarek aus Prag und Christiane Bolte-Costabiel aus Tirol in der Fortbildungsreihe „Deutsch als Fremdsprache unterrichten – Jugend- und Märchenfilme im Unterricht“ 18 Lehrer aus ganz Mähren. Jeder Teilnehmer bekam zum Abschluss ein Zertifikat des Goethe-Instituts.

Daran anschließend organisierten die Lehrer dann privat noch weitere drei Seminare in verschiedenen Städten. Diese Seminare ermöglichten allen Teilnehmern ein besseres Kennenlernen untereinander, aber auch einen besseren Überblick über die Schule und die Region desjenigen Lehrers, der das Seminar in Zusammenarbeit mit dem Begegnungszentrum organisiert hatte.

Zu unseren wichtigsten Aufgaben gehört die Pflege des heimatlichen Kulturgutes, das wir auch mit unserer Volkstanzgruppe lebendig halten. Unsere Tänzer beteiligten sich an einigen Kulturnachmittagen anderer Organisationen in der Umgebung. Auch bei den Deutsch-Tschechischen Kulturtagen und bei der Großveranstaltung in Prag zeigten die Kleinen, dass sie sich nicht verstecken müssen. An dieser Stelle gebührt ganz herzlicher Dank Eva Čapková, die auch weiterhin unsere Tanzgruppe leiten wird.

Ein wichtiger und mittlerweile zur Tradition gewordener Teil des Jahresprogramms sind unsere Deutsch-Tschechischen Kulturtage. Im Jahr 2013 bereicherte die Hanakische und Egerländische Tanzgruppe mit ihren schönen Trachten das Programm. Auch die moderne Mädchentanzgruppe aus Staufenberg brachte zum 10-jährigen Partnerschaftsjubiläum eine schöne Aufführung mit. Neben einigen Tanzgruppen und Chören waren auch Solokünstler beteiligt. Am Sonntag wurde in der Pfarrkirche die deutsche Messe zelebriert und am Nachmittag, nach der Ausstellungseröffnung, fand ein schönes Konzert in der Klosterkirche statt. Der Höhepunkt am Sonntagabend war das Konzert mit dem Landskroner Gesangschor, der jungen Sängerin Katka Dostálová-Hloušková und Martino Hammerle-Bortolotti, der wunderschöne deutsche Lieder sang.

Die Kulturtage vermitteln nicht nur die deutsche und tschechische Kultur, sondern auch viele neue Kontakte zwischen ehemaligen und heutigen Bürgern unserer Region und allen Landsleuten aus Nah und Fern.

Im Jahr 2013 feierten wir während der Kulturwoche auch das zehnjährige Jubiläum der Partnerschaft zwischen Mährisch Trübau und dem hessischen Staufenberg. Das Begegnungszentrum kann stolz darauf sein, dass es von Anfang an sehr eng an dieser Städtepartnerschaft mitgewirkt hat und viele Projekte, dabei hauptsächlich Jugendarbeit, direkt über das Begegnungszentrum und die Regionalgruppe Schönhengstgau laufen.

Wir konnten im letzten Jahr mit dem Schönhengster Heimatkreis auch eine Delegation aus Göppingen mit Oberbürgermeister Guido Till begrüßen.

Es ist uns ein besonderes Anliegen, die gute und angenehme Zusammenarbeit mit den Gemeinden, Museen, Kirchen, Schulen und vielen anderen Institutionen zu erwähnen. Als gute Beispiele einer engen Kooperation seien hier das Goethe-Institut Prag, die Ackermann-Gemeinde, das Adalbert-Stifter- Zentrum, die Jugendabteilung Staufenberg, der Schönhengster Heimatkreis, die Walther-Hensel- Gesellschaft Stuttgart und Sudetia Wien genannt. Ohne die vielen guten Kontakte und die gegenseitige Achtung wäre es nicht möglich, alle unsere Projekte durchzuführen.

Für die finanzielle Unterstützung bedanken wir uns recht herzlich beim deutschen Bundesministerium des Innern, vertreten durch die Deutsche Botschaft in Prag und die Landesversammlung, beim tschechischen Kulturministerium, dem Deutsch- Tschechischen Zukunftsfonds, der Stadt Mährisch Trübau, der Stadt Staufenberg, dem Schönhengster Heimatkreis, vertreten durch Gerhard Müller, sowie bei der Sudetia mit Josef Eichmair.

Es gibt viele Freunde und Gönner, die uns unterstützen, uns mit Rat und Tat zur Seite stehen, unsere Arbeit schätzen und zu uns halten. Es wäre eine sehr lange Namensliste. Damit wir also niemanden vergessen, danken wir hiermit allen gemeinsam recht herzlich. Ein besonderer Dank gilt natürlich unseren Mitgliedern und Landsleuten, da wir ohne ihre Mitgliedschaft und ihre tatkräftige Mithilfe unsere Arbeit nicht so erfolgreich durchführen könnten.

Das letzte Jahr war für unser Begegnungszentrum und die Regionalgruppe Schönhengstgau schon sehr ereignisreich, doch auch im neuen Jahr warten nun neue Veranstaltungen, neue Ausstellungen, Begegnungen, Projekte und Pläne auf uns.

Mährisch Trübau 1Die erste Ausstellung 2014 fand bereits im Februar statt und wurde zusammen mit der III. Grundschule organisiert. Auf vielen Tafeln zeigten die Kinder ihre Arbeit an dem bereits lange Jahre laufenden Projekt „Erziehung zum kulturellen und historischen Erbe in den Schul- und Bildungsprogrammen“, das 2007 an der Pädagogischen Fakultät der Karls-Universität Prag entstand. An der Ausstellung sind immer Schüler der 8. und 9. Klassen beteiligt, die verschiedene Aufgaben übernehmen. Alle Aktivitäten zielten dabei auf Geschichte, Natur, Traditionen, technische Sehenswürdigkeiten und auf das Geschick der Jugend. So konnte die Umgebung der Gemeinde Blosdorf (Mladějov) mit der alten Schmalspurbahn, dem technischem Museum, herrlicher Flora und Fauna detailliert mit historischen Daten und Sagen neu entdeckt werden.

 

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