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Die Anfänge der LandesZeitung

von Walter Piverka

LandeszeitungNach der Wende 1989 existierte die Prager Volkszeitung unter der Leitung des Kulturverbandes mit noch immer kommunistischer Führung (Heribert Panster, Alfred Bienert). Nachdem eine Einigung zwischen den Vertretern des Bürgerforums und dem Kulturverband (KVD) nicht möglich war, entstand der Verband der Deutschen in der Tschechoslowakei (VdD). Obwohl in diesem neuen Verband zwei Abgeordnete des Parlamentes waren, Erich Kříž im Föderalparlament und Walter Piverka im ČNR (Tschechischen Nationalrat) war es ihnen nicht ermöglicht, in der Prager Volkszeitung etwas zu veröffentlichen. Alte Seilschaften existierten immer noch, obwohl neue Minister waren.

So war es notwendig eine eigene Zeitung aufzubauen. Zuerst erschienen "NACHRICHTEN" des VdD. Im Juni 1990 erschien dann die "Deutsche Zeitung" herausgegeben vom VdD, mit der Chefredakteurin Frau Dr. Štros. Der tschechische Staat unterstützte jedoch finanziell weiterhin nur die Prager Volkszeitung und so musste die Deutsche Zeitung nach nur 10 Ausgaben eingestellt werden. An die Mitglieder ging dann die Deutsche Zeitung in Form eines Bulletins. (Im Buch die deutsche Minderheit in der Tschechoslowakei nach der Wende 1989 -1992) Nach einem Gespräch der beiden Vorsitzenden (KVD Walter Sitte, VdD Walter Piverka) mit dem damaligen Pressechef der deutschen Botschaft, kam es zu Verhandlungen mit der tschechischen Regierung (Minister ohne Portefeuille Jaroslav Šabata) über die Herausgabe einer unabhängigen Deutschen Zeitung. So entstand die "Prager Zeitung", die außer allgemeinen Informationen auch Seiten für den VdD hatte. Die Zeitung wurde von der tschechischen Regierung unterstützt. Die Unterstützung für die Prager Volkszeitung lief jedoch auch weiter. Die Prager Zeitung erschien Ende 1991.

Als Zwischenglied schaltete sich die Bolzano Stiftung ein. Nach einer bestimmten Zeit merkten wir, dass die Zeitung die Beiträge des VdD vernachlässigt wurden. Als Chefredakteur war damals Herr Müller tätig, der von der Volkszeitung zur Prager Zeitung überging. Aufgrund dessen setzte der VdD, über den die Geldmittel der tschechischen Regierung kamen, durch, dass ab 1994 eine Extra-Beilage in die Prager Zeitung mit dem Titel "Landes Anzeiger" kam. Inzwischen hatte die Bolzano Stiftung noch jemanden als Mitherausgeber der Prager Zeitung hinzugenommen und versuchte, die Prager Zeitung immer mehr ins Ausland abzusetzen. Der VdD stellte schließlich fest, dass die Beilage "Landes Anzeiger" auf anderem Papier gedruckt und nicht in alle Zeitungen eingelegt wurde, besonders nicht im Ausland. So wurde Geld eingespart auf Kosten der deutschen Minderheit, des VdD, später dann der Landesversammlung.

Deshalb kam es zu dem Beschluss, eine eigene Zeitung herauszugeben. Weil die Prager Volkszeitung Verluste machte, führten die Verhandlungen im Rat der Nationalitäten der tschechischen Regierung dahin, dass die neue Zeitung - damals noch ohne Namen - beide Verbände benutzen würden. Auf der Versammlung des Rates der Nationalitäten, bei dem die Entscheidung fallen sollte, entschuldigte sich die Vorsitzende des KVD, Frau Knap, und schickte nur eine Mitteilung per Fax zu, dass der KVD auch weiterhin seine eigene Zeitung herausgeben werde.

So entstand ab Januar 1994 die "Landes Zeitung". Bei der Herbsttagung der Landesversammlung kandidierte Walter Piverka nicht mehr als Präsident, war jedoch bereit, die neue Zeitung, weil er ja den Landes Anzeiger leitete, zu übernehmen. Der neue Präsident Ing. Hans Korbel entschied sich jedoch für Herrn Riedl, der vorher jahrelang in der Sudetendeutschen Zeitung tätig gewesen war. Erst später, nach Herrn Riedl, war auch Herr Piverka eine Zeitlang im Redaktionsrat, als Vertreter der deutschen Minderheit.  

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