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Hartmut Koschyk besuchte die deutsche Minderheit

von Tomáš Randýsek
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Am ersten Tag seines Besuchs in der tschechischen Hauptstadt traf er sich mit dem Minister für Menschenrechtsfragen, Jiří Dienstbier, und Kulturminister Daniel Herman. Dabei war auch der Präsident der Landesversammlung, Martin Dzingel, als Repräsentant der deutschen Minderheit in Tschechien vor Ort. Am zweiten Tag der Reise besuchte Hartmut Koschyk das Thomas Mann Gymnasium, die Schule der deutschen Minderheit. Er informierte sich dort mit viel Interesse über die Lernerfolge der Schüler, das Engagement der Lehrer und die Zukunftspläne der Schule, die die Grenzen ihrer Kapazität erreicht hat und nun einen Ausbau anstrebt. Gemeinsam soll jetzt nach Möglichkeiten der Finanzierung gesucht werden.

Am Nachmittag traf Hartmut Koschyk mit Vertretern der deutschen Minderheit im Haus der Minderheiten zusammen. Zunächst aber verschaffte er sich einen Überblick über die Arbeit des Hauses, die ihm Direktor Jakub Štědroň sogar auf Deutsch erklärte. Dabei stand ebenso eine Besichtigung der neuen Bibliothek auf dem Programm, die viele deutsche Bücher für interessierte Leser bereithält, wie auch ein kurzer Besuch in der Redaktion der LandesZeitung, die hier ihren Sitz hat.

Nach dem Rundgang folgte eine Präsentation der Arbeit der Minderheit in den Regionen, stellvertretend anhand der Programme des Bundes der Deutschen – Landschaft Egerland und des Deutschen Kulturverbandes Region Brünn. Dabei kam natürlich auch die Sprache auf die angespannte finanzielle Situation, die durch den bisher nicht verabschiedeten Haushalt der Bundesregierung noch verschärft worden ist. Thomas Motak, Leiter des Kulturreferats der Deutschen Botschaft, und Hartmut Koschyk konnten diesbezüglich darauf verweisen, dass die Verabschiedung des Haushalts jetzt nach der Pfingstpause ganz oben auf der Agenda der Bundesregierung steht. Die Förderung der deutschen Minderheit durch das Auswärtige Amt und das Bundesministerium des Innern sollte also in Kürze wieder normal weiterlaufen. Koschyk interessierte sich besonders für die Jugendarbeit in den Verbänden. Gerade die Schaffung von Jugendverbandsstrukturen sei notwendig zur Erhaltung der kulturellen Arbeit auf lange Sicht. Dazu könne auch die Bundesrepublik durch Schulungen und Seminare fördernd beitragen. Man dürfe sich dabei aber nicht nur auf den Nachwuchs der deutschen Minderheit verlassen, sondern müsse alle interessierten Jugendlichen einbeziehen und die vorhandenen Aktiven zielgerichtet einsetzen. Dazu müsse man aber zumindest einen Teil der Programme der Verbände und Begegnungszentren direkt auf die Jugend zuschneiden. Erfolgreiche Aktionen könnten dann als nachahmenswerte Beispiele in weiteren Regionen ausprobiert werden. Langfristig sei auch eine verstärkte Zusammenarbeit der Landesversammlung mit dem Kulturverband notwendig für eine nachhaltige Arbeit für und mit der Minderheit.

Hartmut Koschyk verabschiedete sich von den Vertretern der Minderheit mit einem Erinnerungsfoto und wurde im Gegenzug zur Großveranstaltung im Oktober eingeladen. Vielleicht, sagte er, könne man dann schon über konkrete Ideen zur weiteren Förderung der deutschen Minderheit sprechen.

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