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Jugendseminar in Komotau

24313287 710553259142113 5936018973251103686 oVom 1. bis 3. Dezember veranstaltete die Jugendorganisation Jukon im Komotauer (Chomutov) Begegnungszentrum den bereits dritten Jahrgang ihrer Workshop-Reihe zu Zeitzeugengesprächen mit der „Oral History“-Methode. Lucie Kavanová, Redakteurin der Wochenzeitschrift Respekt, zeigte Schülern des Komotauer Gymnasiums an drei Tagen die Grundlagen für ein Interview mit Zeitzeugen. Besonderes Augenmerk lag dabei auf der gründlichen Vorbereitung, der Aufnahme und Verarbeitung des Rohmaterials. Zudem gab es beim Workshop Tipps zur Veröffentlichung und Verbreitung des Interviews für ein möglichst großes Publikum. Die zehn teilnehmenden Gymnasiasten hatten die Gelegenheit, das Gelernte sogleich auszuprobieren – Fragen zu formulieren, ein Interview zu strukturieren und eine kurze Beschreibung ihrer Textidee für Medien zu schreiben, die möglicherweise an einer Veröffentlichung interessiert sein könnten . Der Höhepunkt des Seminars war aber ein gemeinsames Zeitzeugengespräch, das die Schüler unter Anleitung von Lucie Kavanová mit der Leiterin des Komotauer Begegnungszentrums, Ema Laubrová, führten. Mit ihnen teilte Frau Laubrová Erinnerungen an ihre Kindheit in Tschernowitz (Černovice), an Ereignisse der Kriegs- und Nachkriegszeit, sowie an das Zusammenleben von Tschechen und Deutschen in Komotau und Umgebung. Die Schüler, von denen viele Deutsch lernen, freuten sich besonders über ein paar Sätze in der regionaltypischen deutschen Mundart.

Viele neue Erfahrungen

„Mich interessiert Journalismus sehr und ich freue mich, dass ich hier etwas darüber lernen konnte, wie man am besten einem Zeitzeugen Fragen stellen kann. Und ich freue mich darauf, das selbst ausprobieren zu können“, bewertete Sofie Kotorová, Schülerin der ersten Gymnasialstufe, das Seminar. Marek Běloušek, der bereits die dritte Gymnasialstufe besucht, nahm dagegen hauptsächlich wegen seines Interesses an der Geschichte der Komotauer Deutschen am Workshop teil. „Ich wollte mehr darüber erfahren, wie es hier vor und nach dem Krieg aussah“, sagte er. „Ganz neu waren für mich die Ratschläge, wie man ein Interview führt. So etwas habe ich noch nie gemacht.“ Den persönlichen Blick auf die Geschichte einer Region, die sie selbst gut kennt, schätzte auch Jana Hlavová. „Ich bin sehr froh, dass ich die Geschichte der beiden Onkel von Frau Laubrová, deren Leben vom Krieg so stark beeinflusst wurde, hören durfte.“ Viele der Schüler fanden Inspiration im Gehörten. „Frau Laubrová hat sich trotz vieler unangenehmer Erfahrungen eine positive Lebenseinstellung bewahrt, das bewundere ich“, ergänzte Tereza Dvořáčková, die nächstes Jahr ihr Abitur macht.

Die Schüler erzählten übereinstimmend, dass sie nur selten die Chance zur Teilnahme an außerschulischen Workshops dieser Art haben. Umso mehr Spaß hatten sie an diesem Projekt. Außerdem gefiel ihnen auch die Möglichkeit, Schüler anderer Jahrgänge bei einem gemeinsamen Workshop kennenzulernen.

Das Gespräch mit Ema Laubrová filmte der Kameramann Milan Bureš. Die professionell geschnittene und aufgearbeitete Version der Aufnahmen wird in Kürze auf den Internetseiten der Landesversammlung und des LandesEchos zu sehen sein. Für die Langzeitmotivation sorgt zusätzlich ein an den Workshop geknüpfter Wettbewerb, bei dem die Teilnehmer selbst mit der „Oral History“-Methode arbeiten sollen. Der beste Beitrag erscheint nach der Auswertung der Einsendungen im LandesEcho.

 

Dieser Artikel erschien im LandesEcho 12/2017.

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