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Willenserklärung des Präsidiums der Landesversammlung

Die Vertreter der Deutschen Minderheit in der Tschechischen Republik, die in ihrer Eigenschaft als
Führungskräfte und Verantwortliche, sowie als Mitglieder der Landesversammlung der Deutschen in
Böhmen, Mähren und Schlesien bewusst auftreten, formulierten am 2. Oktober 2012 diese
Willenserklärung:

Die Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien sind eine ethnische Minderheit in der
Tschechischen Republik. Ihre Vorfahren haben gemeinsam mit den anderen Bewohnern das Land zu
wirtschaftlicher und kultureller Blüte gebracht. Das jahrhundertelange vorwiegend friedliche
Miteinander in Böhmen, Mähren und Schlesien wurde vor allem im 20. Jahrhundert durch den
Nationalsozialismus größtenteils zerstört und endete schließlich mit einer Katastrophe, der auch das
tschechische Volk zum Opfer fiel. Fast alle deutschen Bewohner Böhmens, Mährens und Schlesiens
wurden nach dem Ende des II. Weltkrieges vertrieben; die im Lande – meistens unter Zwang –
Verbliebenen wurden zu Menschen zweiter Klasse degradiert.

Seit der politischen Wende im Jahre 1989 besinnen sich die Deutschen in Böhmen, Mähren und
Schlesien verstärkt auf ihre Gemeinsamkeiten, ihre Identität und ihre Rolle als gleichberechtigte
ethnische Minderheit im Land. Durch ihre Arbeit, Projekte, Veranstaltungen und kulturell-politisches
Hinwirken bemüht sich die deutsche Minderheit mit den tschechischen Mitbewohnern das
vergangene Leid zu bewältigen und so wesentlich zur deutsch-tschechischen Verständigung und
Freundschaft beizutragen.

Wir wollen uns bemühen, unser Kulturgut mit seinen regionalen Besonderheiten, in den Traditionen
der multiethnischen böhmischen Länder und in den Perspektiven eines vereinigten Europas nicht nur
zu bewahren, sondern gemeinsam intensiv zu pflegen und weiterzuentwickeln.

Wir setzen uns weiterhin folgende Ziele:

  • die Muttersprache unserer Vorfahren beim Unterricht nicht nur der Angehörigen der Deutschen Minderheit, vor allem in den deutschen Verbänden und Begegnungszentren, zu fördern und zu pflegen

  • die Kinder- und Jugendarbeit insbesondere in den Regionen (Begegnungszentren) zu fördern, vor allem mit Blick auf die kulturellen und sprachlichen Traditionen ihrer Vorfahren. Dabei halten wir die Nachhaltigkeit für einen besonders wichtigen Aspekt.

  • die Landeszeitung als das einzige ganzstaatliche deutschsprachige Minderheitenmedium weiter zu entwickeln und zu bewahren

  • die Zusammenarbeit mit tschechischen Institutionen und Gemeinden gerade durch die brückenbauende Funktion der Minderheit weiterhin intensiv zu pflegen

  • sich auch künftig für die Anerkennung der Rechte der tschechischen Bürger deutscher Nationalität einzusetzen

  • die Öffentlichkeitsarbeit der DMi zu intensivieren

in Prag, den 2. Oktober 2012

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