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Johnny Klein-Preisverleihung 2021

Maximilian Schmidt - 12. Januar 2022

Nachwuchswissenschaftler und Publizist Jonas Lüth gewinnt den "Johnny Klein-Preis" 2021 

Bereits zum dritten Mal wurde am vergangenen Samstag der „Johnny Klein-Preis“ für deutsch-tschechische Verständigung vergeben. Aufgrund der Corona-Pandemie fand die feierliche Auszeichnung der Gewinner in diesem Jahr Online statt.

Alle zwei Jahre vergibt die Landesversammlung der deutschen Vereine in der Tschechischen Republik (LV), in enger Kooperation mit der Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland, der Sudetendeutschen Stiftung, der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen und dem Institut für Auslandsbeziehungen den „Johnny Klein-Preis“ für deutsch-tschechische Verständigung.

Die angespannte Lage rund um die Corona-Pandemie machte eine persönliche Preisverleihung in Mährisch-Schönberg leider nicht möglich. Stattdessen wurde sie auf dem YouTube-Kanal der LV ausgestrahlt. Durch den Nachmittag führte dabei Martin Herbert Dzingel, Präsident der Landesversammlung der deutschen Vereine in der Tschechischen Republik. Eröffnet wurde die Veranstaltung mit Grußworten des Bürgermeisters der Stadt Mährisch Schönberg, Tomáš Spurný, Entwicklungshilfeminister Gerd Müller, Regierungssprecher Steffen Seibert, Reinfried Vogler, Vorstandsvorsitzender der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen und dem Bundesbeauftragten für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten a.D., Hartmut Koschyk

Den mit 5.000€ dotierten ersten Preis hat dabei der Nachwuchswissenschaftler und Publizist Jonas Lüth gewonnen. Mit seinem Rundfunkbeitrag „Tschechien und seine Deutschen – was ist geblieben“ setzt sich er eindrucksvoll mit dem Puzzle deutsch-tschechischer Gemeinsamkeiten auseinander, die durch den Nationalismus des 20. Jahrhunderts und aufgrund der Weltkriege manchmal an einen Scherbenhaufen erinnern. Eindrucksvoll nimmt Lüth seine Zuhörer:innen mit auf eine Reise die über viele Stationen schließlich in das kleine Dorf Václavov/Wenzelsdorf führt, in dem Jonas Lüth auf seine eigenen deutschen Wurzeln stößt. Der Beitrag wurde im Deutschlandfunk ausgestrahlt.

Den mit 2.500€ dotierten zweiten Platz bekam in diesem Jahr Christoph Schumacher für den Dokumentarfilm „Eine Reise gegen das Vergessen“. Der Film erinnert dabei an das 100.-jährige Jubiläum des jüdischen Leipziger Sportvereins „SK Bar Kochba“, der 1939 von den Nationalsozialisten aufgelöst wurde. Während der Recherchen zum Film, stießen die Filmemacher unter anderem auf den Deutschen Fußball Club Prag, in dem auch jüdische Fußballspieler spielten und der ein ganz ähnliches Schicksal wie „SK Bar Kochba“ erlitt. Zudem macht der Film auf die nicht immer ganz leichten Lebenssituationen von Minderheiten aufmerksam.

Den dritten Preis (1500€) erhielt der Journalist Oliver Hach für seinen Beitrag „Heimkehr nach Kupferberg“. In der Reportage stellt Hach die Geschichte von Edmund Wohlrab dar, der nach dem zweiten Weltkrieg aus Kupferberg, dem heutigen Měděnec, vertrieben wurde. Der Beitrag zeigt nicht nur die Geschichte eines Ortes sowie das Schicksal eines Menschen, die symbolisch für das ganze deutsche Siedlungsgebiet sind, sondern trägt auch zum gegenseitigen Verständnis und zur Versöhnung bei.

Hans Johnny Klein, Bundesminister, Vizepräsident des deutschen Bundestages und Regierungssprecher, setzte sich zeitlebens für eine Aussöhnung zwischen Deutschen und Tschechen ein. Um sein Lebenswerk zu würdigen, wurde 2016 der „Johnny Klein-Preis“ auf Initiative von Hartmut Koschyk, dem früheren Bundesbeauftragten für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten ins Leben gerufen. Erneut wurde die Preisverleihung in diesem Jahr unterstützt vom Bundesinnenministerium des Innern, für Bau und Heimat, der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland Prag, der Stadt Šumperk und dem BGZ Mährisch Schönberg.